Chronik der Osterrath-Realschule

Der 7. September 1970 war für 29 Jungen und 46 Mädchen der 1. Schultag an der neugegründeten Realschule in Rheda-Wiedenbrück. Weil ein eigenes Schulgebäude zwar geplant, aber noch nicht fertiggestellt war, wurden die 75 Schülerinnen und Schüler im Gebäude der Postdammschule in Lintel untergebracht, wo zwei Klassenräume für die Klassen 5a und 5b der Realschule zur Verfügung gestellt werden konnten. Die 5a hatte 38 und die 5b 37 Mädchen und Jungen. Der Schulleiter Jürgen Sudhölter und der einzige hauptamtliche Realschullehrer Horst Lück teilten sich den gesamten Unterricht. Lediglich für die Fächer Kunst, Textilgestaltung und Werken kamen Kolleginnen aus den Realschulen in Rheda und Verl hinzu. Den kath. Religionsunterricht erteilte Vikar Lübbert von der Aegidius-Gemeinde in Wiedenbrück. Im Laufe des Schuljahres 1970/71 kam Frau Christa Altmann als Schulsekretärin hinzu. Im zweiten Jahr ihres Bestehens fand die junge Wiedenbrücker Realschule im Gebäude der aufgelösten Grundschule von St. Vit ihr neues Zuhause. 80 Jungen und Mädchen kamen hinzu und das Kollegium hatte sich um weitere Lehrkräfte vergrößert. Gleichzeitig wurde eine 7. Klasse für die Kinder eingerichtet, die zuvor die Realschule in Rietberg besuchten und jetzt in ihrer Heimatstadt beschult werden konnten. Am 7. August 1972 war es dann soweit. Das seit dem Frühjahr 1971 im Bau befindliche Gebäude am Burgweg konnte rechtzeitig zum 1. Schultag nach den Sommerferien mit nunmehr 8 Klassen bezogen werden. In diesem Jahr kam die Schule auch zu ihrem jetzigen Namen. Der damalige Schulpflegschaftsvorsitzende Josef Temme schlug als Namensgeber den Landgrafen Ernst Heinrich Ludwig Osterrath vor. Zum einen befindet sich das Schulzentrum Burgweg auf dem früheren Grundstück, auf dem der damalige Landgraf sein Wohnhaus stehen hatte (im Volksmund Burg genannt). Zum anderen widmete sich Herr Osterrath in seiner aktiven Zeit besonders den Belangen des Schulwesens. Daher beschloss der Rat der Stadt Rheda-Wiedenbrück auf Vorschlag der Schule die neue Realschule „Osterrath-Realschule“ zu nennen. Zunächst wurde an sechs Schultagen in der Woche unterrichtet, wobei die Kinder nur jeden 2. Samstag Unterricht hatten. Erst im Jahre 1992 traf die Schulkonferenz die Entscheidung, jeden Samstag schulfrei zu machen. Schnell zeigte sich aufgrund der hohen Anmeldezahlen, dass sich Rat und Verwaltung mit der Planung einer zweizügigen Realschule für den Südteil der Stadt offensichtlich verschätzt hatten. 1978 waren 787 Schülerinnen und Schüler in 24 Klassen, also im Durchschnitt mehr als 32 Kinder pro Klasse. Somit musste auch das Schulgebäude wachsen. Im Rahmen von zwei Bauabschnitten entstanden in den 90er Jahren zahlreiche neue Klassen- und Fachräume und eine große Aula. Das letzte große Bauvorhaben wurde 2011 abgeschlossen. Es entstand ein modernes Lehrerarbeitszimmer mit Platz für mehr als 50 Lehrkräften, die Naturwissenschaften erhielten neue Räume, eine moderne Schulküche entstand und der Bau einer großen Mensa für mehr als 350 Kinder ebnete den Weg in den gebundenen Ganztag, den die Schule seit 2009 verfolgt. Mehr als 5000 Schülerinnen und Schüler haben bis heute an der Osterrath-Realschule die Fachoberschulreife, also den mittleren Schulabschluss erreicht. In den letzten Jahren haben weit mehr als die Hälfte der Abschlussschüler den Q-Vermerk erreicht, der zum Besuch der gymnasialen Oberstufe berechtigt. Durch die guten Kooperationen mit den Schulen der Sekundarstufe II, steht für viele Jugendliche der Weg zum Abitur offen. Gleichzeitig streben immer mehr Jugendliche den direkten Weg in die Arbeitswelt an. Dies ist auch ein Verdienst der engagierten Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern Venjakob, Westag & Getalit, Möbel Sudbrock und der Tischlerinnung. Als vierzügige Realschule ist die ORS fester Bestandteil der Rheda-Wiedenbrücker Schullandschaft. Noch vor 10 Jahren stand eine Umwandlung der Schule in eine Sekundar- bzw. Gesamtschule im Raum und konnte glücklicherweise abgewendet werden. Heute ist die Stadt Rheda-Wiedenbrück stolz darauf, eine so vielfältig ausgezeichnete Schule zu haben. Das bestätigt auch der Bürgermeister in seiner Videobotschaft an die Schulgemeinde.